Mulm und Teichschlamm entstehen durch verrottende Pflanzenteile, Futterpartikel, Fischexkremente, absterbende Kleinstlebewesen und alles natürliche, organische Material, was durch Wind und Wetter ständig von außen in den Teich getragen wird.
Das ist zunächst ein ganz natürlicher Vorgang und daher für die Fische vollkommen ungefährlich und in gewissem Maße sogar wünschenswert, denn eine leichte Mulmschicht am Teichboden ist das optimale Biotop für diverse Kleinstlebewesen, die zur Wasserreinhaltung beitragen und darüber hinaus den Speiseplan der Teichfische bereichern.
Der Mulmüberschuss fördert giftiges Schwefelwasserstoffgas!
Durch hohen Fischbesatz, starke Fütterung, Blättereintrag aber auch exzessives Wachstum von Schwebalgen kommt es aber im Gartenteich oft zu sehr starker Schlamm- und Mulmbildung mit unangenehmen Folgen: der im Wasser gelöste Sauerstoff kann nicht mehr in tiefere Mulmschichten vordringen, dadurch sterben die mulmabbauenden Kleinlebewesen und Bakterien ab und der Teichschlamm beginnt zu faulen.
Dabei entsteht vor allem das hochgiftige Schwefelwasserstoffgas, das weiteres Mikroorganismenleben im Teichgrund zerstört und vor allem die gründelnden Fische wie die Goldfische und Kois oder die bodenlebenden Welse in Mitleidenschaft zieht.
Durch Schwefelwasserstoff werden in erster Linie die empfindlichen Kiemen geschädigt.
Als sichtbares Symptom einer schweren Vergiftung können die Fische dann am Uferrand an der Oberfläche hängen und nach Luft schnappen.
Besonders gefährlich wird auch die Schwefelwasserstoffbildung im Winter, wenn die Fische am Teichgrund ruhen und ständig mit geringen Konzentrationen dieses Giftes konfrontiert werden.
Denn dann sind mögliche Langzeitschäden erst im Frühjahr erkennbar, wenn die Fische wieder zu gewohnter Aktivität zurückkehren und einzelne Tiere sich in Folge der im Winter erlittenen Schäden lethargisch und träge vom Rest absondern und meist über lange Zeit kümmern oder gar verenden.
Eine Behandlung solcher Langzeitschäden ist im Allgemeinen wenig erfolgversprechend.
Natürlicher Mulmabbau stabilisiert das gesamte Teichmilieu.
Der natürliche Mulmabbau basiert auf verschiedenen Mechanismen: im Teichgrund sich ansiedelnde heterotrophe Mikroorganismen, die Mineralisationsbakterien, beziehen ihre Lebensenergie aus den Mulmbestandteilen, wobei der Mulm sich verringert, da seine Bestandteile in kleinere Einheiten zerlegt werden.
Diese wiederum werden mit Hilfe von im Wasser gelösten Biokatalysatoren, den Enzymen, in kleinste chemische Bausteine wie den Wasserstoff und Kohlensäure zerlegt, die dann im Wasser gelöst und an die Luft abgegeben werden oder direkt von den Pflanzen aufgenommen werden.
Vorraussetzung dieser komplexen Reaktionen beim Mulmabbau ist ein Besiedelungsmaterial auf dem die Mineralisationsbakterien optimale Bedingungen vorfinden.
Diese 3 Bedingungen: Besiedlungssubstrat, kultivierte Mineralisationsbakterien und eine hohe Enzymkonzentration scheinen folgerichtig auch bei dem neuen mulm-3-complex der Firma amtra in die Praxis umgesetzt worden zu sein.
Damit stellt dieses Produkt auch aus tierärztlicher Sicht eine begrüßenswerte Neuentwicklung auf dem Gebiet des Teichzubehörs dar.
amtra mulm-3-komplex 2kg für 6,5² Teichoberfläche